Workshops
- "Das bedingungslose Grundeinkommen bringt die Trennung von Arbeit und Einkommen.
Was hat das mit der Freiheit des Menschen zu tun?"
Arbeitsgemeinschaft Soziale Frage
Wir stellen die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen in ihren aktuellen wirtschaftsgeschichtlichen Zusammenhang:
Die Fortsetzung der Lohnarbeit zwingt die Menschen in egoistische Perspektiven. Eine moderne Weltwirtschaft und damit ein modernes Zivilisationsleben ist aber nur aufrecht zu erhalten, wenn Menschen anfangen, sich aus Liebe zur Sache - und damit: aus Freiheit! - bewusst in die immer ausgreifenderen und komplexeren weltwirtschaftlichen Zusammenhänge hineinzustellen.
- WER NICHT MUSS, DER KANN
Kulturimpuls Grundeinkommen
Dr. Günther Dellbrügger (Christengemeinschaft)
Selten wurde ein Frage so kontrovers diskutiert wie die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens: die einen halten es für sozialromantischen Schwachsinn, andere sehen darin eine Möglichkeit, aus unserem Gedankengefängnis herauszukommen. Dann allerdings würde alles erst anfangen: Wir müssten lernen, mit einem grossen Mass an Freiheit umzugehen und bräuchten viel Fantasie und Mut zu neuen Wegen...Aus Erfahrungen mit einem Pilot-Projekt in Namibia, das vorgestellt wird, könnten wir viel lernen.
- Was passiert, wenn der Generationenvertrag nicht mehr funktioniert?
Die demografische Herausforderung und die Notwendigkeit eines neuen Gesellschaftsvertrages
Armin Pongs, (Soziologe, Schriftsteller, Privatdozent)
Die durchschnittliche Lebenserwartung ist im letzten Jahrhundert um 30 Jahre gestiegen, gleichzeitig sank die Geburtenrate immer mehr. Ist der Generationenvertrag vor diesem Hintergrund aufrechtzuerhalten? Wie sähe ein neuer Gesellschaftsvertrag aus? Welche Auswirkungen hätte das bedingungslose Grundeinkommen für ältere wie für jüngere Menschen?
- Wodurch geschieht sozialer Wandel?
Die Idee des Grundeinkommens zwischen Ideal und Alltag
Heiko Schaaf, (Philosophie M.A.)
Es gibt viele Arten von Entwicklung, z.B. biologische, gesellschaftliche und individuelle. Der moderne und spirituelle Philosoph Ken Wilber zeigt, wie sich solche ganz verschiedenen Entwicklungen entsprechen können.
Welche Rolle kann das bedingungslose Grundeinkommen als eine mögliche gesellschaftliche Weiterentwicklung spielen?
Wie können oder müssen anderen Entwicklungen parallel dazu verlaufen?
Nach einer kurzen Einführung in die integrale Gedankenwelt und das Modell der vier Quadranten, werden wir über solche Fragen ins Gespräch kommen.
- Überlegungen zur Höhe und Finanzierung des Grundeinkommens
Reimund Acker (Mitglied im Netzwerkrat des Netzwerks Grundeinkommen
und Gründer der Initiative Grundeinkommen Amperland)
Im ersten Teil des Workshop werden zunächst obere und untere Grenzen für die Höhe des Grundeinkommens diskutiert. Dazu werden gängige Armutsbegriffe und die Anreizfunktion von Erwerbseinkommen berücksichtigt. Im zweiten Teil werden verschiedene Grundeinkommensmodelle und ihre Finanzierung dargestellt. Im dritten und letzten Teil erarbeiten und berechnen wir ein vereinfachtes Grundeinkommensmodell.
- Das Grundeinkommen als Sozialdividende:
Ressourcensteuer, Bodenrente und Liquiditätsprämie
Alternative Geld- und Sozialmodelle in Verbindung mit der Idee des Grundeinkommens
Johannes Ponader (Regisseur, Schauspieler und Theaterpädagoge)
Steuern auf Energie, Bodenschätze, Grund- und Geldbesitz spielen heute im Vergleich zu den anderen Steuerarten kaum eine Rolle. Doch gerade diese Steuern, die Einzelnen ein Recht darauf einräumen, Güter der Gemeinschaft alleine zu nutzen, legen nahe, dass ihr Ertrag auch wieder an die Gemeinschaft rückvergütet wird. Hier kommt das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel.
Der Workshop diskutiert Ansätze solcher Steuerrückvergütungen und bezieht dabei auch die Dimension internationaler Konfliktherde (Ressourcengerechtigkeit, CO2-Gerechtigkeit, territoriale Konflikte) mit ein.
- Was sollte ein neuer Gesellschaftsvertrag um ein Grundeinkommen beinhalten?
Martin Schmidt-Bredow
So eine grundlegende Gesellschaftsreform wie ein (bedingungsloses?) Grundeinkommen erfordert einen neuen Gesellschaftsvertrag, der mind.
drei Fragen klärt:
1) Was soll Arbeit künftig sein und wer arbeitet was?
2) Woher sollen künftig Steuern bzw. Abgaben zur Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben herkommen?
3) Welche Rollen und Aufgaben sollen die Grundeinkommens-Bezieher in der Gesellschaft spielen?
- Was passiert weltweit zum bedingungslosen Grundeinkommen
Kurt Haymann (attac)
Die aktuelle öffentliche Diskussion um das BGE vermittelt häufig den Eindruck, als sei BGE wenn überhaupt, dann nur in den reichen (westlichen) Industrienationen (und daneben bestenfalls in einigen arabischen "Ölstaaten") machbar. Die Wirklichkeit schaut gänzlich anders aus: gerade in einigen armen und ärmsten Regionen der Welt, in sogenannten "Drittwelt- oder Schwellenländern" ist ein (natürlich entsprechend "modifiziertes") BGE bereits zumindest in Ansätzen verwirklicht oder steht unmittelbar vor der Einführung.
Der Workshop soll einen &Umml;berblick darüber vermitteln, welche Ansätze und
Aktivitäten bezgl. des BGE weltweit derzeit verfolgt und/oder zumindest diskutiert werden (natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
- Die Kraft des Krönens
Uschi Bauer (Krönungswelle)
"Wenn jeder sein eigener König ist, muss keiner der König des anderen sein." Dieser Satz von Michael Sennhauser (Schweizer Radio DRS) in der Rezension des Films "Kulturimpuls Grundeinkommen" von Daniel Häni und Enno Schmidt sowie die Filmszene der Krönung am Basler Bahnhof waren der Startschuss für die Krönungswelle - www.kroenungswelle.net -, die seit Mai 09 über ganz Deutschland schwappt und in der Krönungstournee vom 5.-20.9.09 ihren vorläufigen Höhepunkt findet. Von ihren königlichen Erfahrungen mit Zehntausenden gekrönter Häupter berichten Uschi Bauer und das Team der Krönungswelle in diesem Workshop.
- Bedingungsloses Grundeinkommen mit, ohne oder gegen die EU?
Zur Bedeutung des Lissabon-Prozesses für die Realisierung des bedingungslosen Grundeinkommens.
Günter Sölken (Impuls Grundeinkommen)
Allen Forderungen für ein globales Grundeinkommen zum Trotz wird die Diskussion um die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland im Kern immer noch national geführt. Gern wird dabei auch eine m&oum;gliche deutsche Vorreiterrolle ins Gespräch gebracht. Obwohl der Prozess der Europäischen Integration immer weiter fortschreitet und die Mitgliedsstaaten bereits weitgehende Souveränitätsrechte zumindest indirekt an die Institutionen der Europäischen Union abgetreten haben, wird die EU im Grundeinkommenskontext kaum thematisiert. Dabei ist offensichtlich, dass viele Änderungen, die im Zuge der Realisierung eines BGE in Deutschland zum Beispiel im Bereich der Sozial-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik erforderlich werden, ohne Rücksicht auf die in den Gremien der EU getroffenen Vereinbarungen kaum umsetzbar sein dürften. Ein besonders kritischer Punkt ist hierbei, dass die EU mit dem Lissabon-Vertrag, wie kritisiert wird, eine Abkehr vom Prinzip der Gewaltenteilung eingeleitet hat, die es den Regierungen erlauben könnte, demokratische Reformprozesse wie den für die Einführung eines Grundeinkommens via Brüssel auszubremsen. Diese und andere kritische Fragen sollen in dem Workshop in einer lockeren Gesprächsatmosphäre erörtert werden.
- Experimentelle Aufstellung zum Grundeinkommen
Juliane Cernohorsky-Lücke
Mit dem Instrument der Aufstellung soll hier versucht werden, die Wechselwirkung zwischen Grundeinkommen und anderen Faktoren zu ergründen. So kann "Soziale Plastik" sichtbar werden.